Permalink

2

Die Katze “gehen” lassen

Dieses Thema ist kein leichtes, aber es gehört zum Leben und zur Katzenhaltung dazu. Jeder Katzenhalter, der schon mal die Entscheidung treffen musste, weiß, wie schwer sie ist.

Die Entscheidung sollte aber immer im Sinne der Katze getroffen werden. Egoismus des Halters ist an dieser Stelle völlig falsch.

Egal, in welchem Alter die Katze ist, die Entscheidung zu treffen ist immer schwer. Auch kann man sich nicht wirklich darauf vorbereiten. Selbst, wenn die Katze schon länger erkrankt ist oder eine chronische Erkrankung vorliegt, nimmt es einem ein wenig die Luft, wenn der Tierarzt mehr oder weniger dezent das Thema anspricht.

Laut Tierschutzgesetz ist es erlaubt Tiere zu töten, wenn das Weiterleben des Tieres mit nicht behebbaren Schmerzen und Leiden verbunden ist. Ein Tierarzt, der ein Tier trotz Schmerzen und Leiden nicht erlöst, handelt gegen das Tierschutzgesetz. Man könnte es als eine Art von unterlassener Hilfeleistung sehen.

Ist eine Katze schon länger krank oder leidet an einer chronischen Erkrankung ist der “richtige” Zeitpunkt nicht immer einfach zu finden. Ein Katzenhalter kennt seine Katze am besten und kann in der Regel einschätzen, ob die Katze noch Lebensqualität hat.

Es gibt aber durchaus Gründe, die die Entscheidung die Katze jetzt “gehen” zu lassen untermauern:

  • Schmerzen, die nicht mehr durch Schmerzmittel gelindert oder gemildert werden können.
  • Erhebliche Bewegungseinschränkungen, die es der Katze unmöglich machen sich selbst von einem Platz zum anderen zu bewegen.

Muss die Katze eingeschläfert werden, sollte man mit seinem Tierarzt besprechen, ob er dafür einen Hausbesuch machen kann oder, aber man sollte sich einen Termin außerhalb der normalen Sprechzeiten geben lassen.

Das Einschläfern der Katze ist wörtlich zu nehmen. Der Tierarzt spritzt der Katze das Narkosemittel in einer Überdosis. Die Katze fällt in wenigen Sekunden in die Bewusstlosigkeit. Wenn das Herz aufhört, zu schlagen und kein Atem mehr erfolgt, ist der Tod eingetreten.

Aus eigener – zweifacher – Erfahrung: Für mich persönlich ist beide Male eine Welt zusammengebrochen. Aber ich habe versucht für unsere Katzen, Samson (18 1/3 Jahre) und Cleo (6 Monate), bis zu ihrem letzten Atemzug da zu sein. D. h., ich habe meine Trauer nach hinten geschoben, um beiden einen sanften Übergang zu geben und sie bis zuletzt spüren lassen, dass sie nicht allein sind. Sie sind beide in meinem Armen “gegangen”.

Hat man sich von seiner Katze verabschiedet, sollte man die Trauer um die Katze nicht verbergen oder unterdrücken. Allerdings sollte man sich auch nicht in die Trauer steigern.

Beides – Verleugnung der Trauer und Reinsteigern in die Trauer – verhindert, dass man sich an die gemeinsame schöne Zeit, egal wie lang oder kurz, erinnern kann.

Die Katze lebt im eigenen Herzen und in den Erinnerungen weiter.

Rest in Peace

Samson (18 1/3 Jahre) - † 01.12.2006

Samson (18 1/3 Jahre) – † 01.12.2006

Cleo (6 Monate) - † 20.12.2007

Cleo (6 Monate) – † 20.12.2007

2 Comments

  1. Vor einiger Zeit habe ich einen Post gelesen, der leider beweist, dass das Einschlafern lassen auch noch seine Tücken im Detail haben kann : http://www.country-charme.com/wordpress/?p=1624
    Und leider habe ich damals, als ich mich mit dem Thema beschäftigen musste, auch so manche Erfahrung im www gelesen, die ähnlich erschreckend klang, da die Katze z.b vorher noch etwas gefressen hatte etc. Es macht also wirklich Sinn sich rechtzeitig genauer mit dem Thema zu befassen …
    LG Silke

  2. Hallo, Frau Krogull, Sie haben sicher vielen Tierhaltern aus dem Herzen gesprochen.
    Frdl. Gruß, G. Müller

Leave a Reply

Required fields are marked *.